Design for Manufacturing (DfM)

So konstruierst du blechgerechte Bauteile

Fertigungsoptimierte Konstruktion ist einer der stärksten Hebel für Kostenreduktion und Prozesssicherheit in der Blechbearbeitung.


Mit Design for Manufacturing (DfM) werden Bauteile so gestaltet, dass sie sich effizient, reproduzierbar und wirtschaftlich fertigen lassen – vom Laserschneiden über das Abkanten bis hin zur Montage.

In diesem Artikel zeigen wir die wichtigsten Prinzipien für blechgerechtes Design, die Konstrukteuren und Herstellern sofort spürbare Vorteile bringen.

Bauteile auf Standard-Prozesse ausrichten

Die meisten Blechteile durchlaufen feste Fertigungsschritte:

  • Laserschneiden oder Stanzen
  • Entgraten
  • Gewinden
  • Abkanten

Je besser ein Bauteil zu diesen Standardprozessen passt, desto schneller und günstiger die Fertigung.

Praxis-Tipps:

  • 3D-Konstruktionen mit unnötig vielen Einzelteilen vermeiden.
  • Wo möglich, mehrere Bauteile durch intelligente Biegungen zu einem Gesamtteil zusammenfassen.
  • Materialstärken und Werkstoffe im Projekt vereinheitlichen, um Rüstzeiten zu reduzieren.
Hierzu solltest Du auch unsere Konstruktions und Fertigungsrichtlinien beachten!

Konstruktionsvereinfachung: Weniger ist mehr

Ein zentraler DfM-Grundsatz lautet: Einfachere Geometrie = geringere Kosten.

Mögliche Vereinfachungen:

  • Überflüssige Schweißnähte vermeiden, mehr Abkantungen.
  • Aufwändige Rundungen- oder Schräge Laschen nur verwenden, wenn technisch notwendig.
  • Konturen simpel gestalten.

Materialeffizienz in der Konstruktion berücksichtigen

Material ist ein erheblicher Kostenfaktor. Konstruktionen sollten so gestaltet werden, dass die Teile optimal verschachtelt (genestet) werden können.

Konkrete Optimierungen:

  • Unregelmäßige Außenkonturen vermeiden, die Restgitter unbrauchbar machen.
  • Keine zu großen Überstände oder extreme Winkel.

Toleranzen richtig wählen – kostenbewusst und funktional

Viele Bauteile enthalten Toleranzen, die aus Konstruktionssoftware stammen, aber nicht benötigt werden. Das verursacht unnötige Kosten.

Grundprinzipien:

  • Nur dort eng tolerieren, wo es technisch notwendig ist.
  • Ansonsten ISO 2768-m nutzen.
Die Konstruktion immer mit Mitte Toleranz erstellen.

Nachfolgende Prozesse frühzeitig einplanen

Ein gutes Blechdesign denkt den gesamten Produktions- und Montageprozess mit.

Checkliste für konstruktionsbegleitende Fertigung:

  • Schweißzugänglichkeit: Können Werkzeuge die Stelle erreichen?
  • Pulverbeschichtung: Sind kritische Kanten sauber beschichtbar?
  • Montage: Gibt es genug Platz für Montagewerkzeuge?
  • Formänderungen beim Biegen: Müssen bei bestimmten Bohrungen freischnitte oder Entlastungen gesetzt werden, um eine Verformung zu vermeiden

Frühzeitige Berücksichtigung spart Zeit, Ausschuss und Kosten.

Fazit: Blechgerechtes Design spart Zeit, Geld und Nerven

Design for Manufacturing ist kein zusätzlicher Projektaufwand – im Gegenteil.
Wer DfM-Prinzipien früh berücksichtigt, profitiert von:

✔ deutlich geringeren Fertigungskosten
✔ weniger Fehlern und Reklamationen
✔ stabilen, wiederholgenauen Prozessen
✔ schnelleren Lieferzeiten
✔ besserer Zusammenarbeit zwischen Konstruktion und Fertigung

 

Eine gute Konstruktion ist der erste Schritt zu einem perfekten Blechteil.
Und sie entscheidet oft über Erfolg, Aufwand und Wirtschaftlichkeit eines gesamten Projekts.

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